Silikon

- mehr als ein Brustimplantat

Frederic Stanley Kipping war ein englischer Chemiker im 18.Jahrhundert. Er war der Urheber der Bezeichnung "Silikone", das war Anfang der 20er. Als Silikon bezeichnet man eine Zusammensetzung mehrerer synthetischer Stoffe. Hier sind Siliciumatome verknüpft. Dabei treten Molekülnetze und/oder Molekülketten auf. Durch Kohlenwasserstoffreste, welche meist Methylketten sind, werden die andren freien Valenzelektronen des Siliziums abgesättigt. Somit gehören somit der siliciumorganischen Gruppe an.

Eigenschaften

Silikone nehmen aufgrund ihres einerseits typisch anorganischen Grüstes und andererseits organischen Reste eine Zwischenstellung zwischen organischen und anorganischen Verbindungen ein. Ganz besonders zwischen organischen Polymeren und Silikaten. In gewisser Weise kann man sie also als Hybride (Kreuzung zwischen Arten und Unterarten) bezeichnen. Kein anderer Kunststoff erreicht dieses einzigartige Eigenschaftsspektrum. Der englische Wissenschaftler Frederic Stanley Kipping experimentierte in den früher 20ern mit Silicium und den dazugehörigen, chemischen Eigenschaften und Verbindungen.

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So sieht Silikonharz aus: Silikon

Entdeckung & Produktion

Als er eine große Anzahl von Silicium-Kohlenstoffverbindungen herstellte, entdeckte er harzartige Produkte, welchen er die Bezeichnung "silicon ketones" gab. Die wichtigsten Grundprodukte zur Herstellung von Silikon, nämlich die Methylchlorsilane wurden 1940 von dem US-amerikanischen Chemiker Eugene G. Rochow und dem deutschen Chemiker Richard Müller großtechnisch hergestellt. Heute nennt man in der Chemie dieses Verfahren die Rochow-Synthese. 1974 wurden ca. 130.000 Tonnen Silikon produziert, 1986 waren es bereits etwa 430.000 Tonnen. So kann man die steige Produktionssteigerung weltweit erfassen.

Chemischer Aufbau

Aus einzelnen Silikoneinheiten setzen sich die Silikone zusammen. Die vielen Möglichkeiten der Verbindungen basieren, wie bei den organischen Polymeren darauf, dass im Molekül verschiedene Siloxaneinheiten zusammengeschlossen werden können. Hier unterscheidet man folgende Gruppen: Vernetzte Polysiloxane, Verzweigte Polysiloxane, Zyklische Polysiloxane und Lineare Polysiloxane. Methylchlorid (CH3Cl) sowie sehr fein gemahlenes Silicium sind die beiden Grundmaterialien zur Herstellung von Silikon. Bei zirka 300°Celsius werden diese beiden zu Methylchlorsilanen umgesetzt. Kupfer oder Silber dient hierbei als Katalysator. Die Methylchlorsilane werden durch Destillation in folgende Bestandteile dividiert: Tetrachlorsilan SiCl4 Tetrachlorsilan SiCl4 Tetramethylsilan (CH3)4Si Methyltrichlorsilan CH3SiCl3 und Trimethylchlorsilan (CH3)3SiCl. Bei erhöhter Temperatur und durch Katalisatoren werden diese zu dem gewünschten Endprodukt zusammengefügt. Silikon wird in der Medizin und im Alltag gleichermaßen geschätzt und mittlerweile sehr häufig verwendet.